Ist das jetzt Eigendynamik?
Das das Chaosradio Express Podcast den vereinsamten Platz in meinem iTunes belegt, seitdem ich völlig absurderweise mein Betriebsystem aktualisiert habe, beschreibt doch sehr gut, welchen Stellenwert es hat.
Der Express fährt unregelmässig, aber scheinbar neuerdings doch vorhersehbar auf meinem heimischen Computer ein. Nicht immer steige ich ein, denn ein Podcast mit einer derartigen Vielfalt hat zwangsweise auch Themen, die einen erstmal gar nicht interessieren. Umso mehr freue ich mich, wenn der Zug beladen mit Dingen wie Computerspielen, OpenWRT, Monochrom! oder CouchDB anhält und man einfach und vor allem frei mitfahren darf.
Der Podcast als neues Medium der Informationsverbreitung. Hochqualitativ im Falle des Expresses, begleitet er einen durch Themen, die einen schon lange interessiert haben oder von denen man bisher noch nichts wusste.
Asynchron abholbar, denn der Zug hält bei dir so lange du willst und fährt los, wenn du dir die Zeit nimmst um gute zwei Stunden in ein Thema einzusteigen: ohne Werbung, ohne Musik (es sei denn man überlagert es mit welcher, was doch etwas mehr Aufmerksamkeit fordert als man meistens aufbringen kann), ohne Polemik, mit vielen Kuriositäten und Anekdoten von Gesprächspartnern, die so gar nicht professionell auftreten aber umso mehr Erfahrungen mitteilen und fachkundig versuchen auch die kompliziertesten Sachverhalte verständlich zu machen. Manchmal mithilfe der bewusst naiv stichelnden Nachfragen des Moderators Tim Pritlove, der auch gerne mal die Handbremse zieht, wenn sich der Zug doch etwas zu rasant ins Nerd-Babble abdriftet.
Alles in allem kommt Zug um Zug chaotisches vor die Haustür, welches sich nach einem mysteriösen Vorspann (der häufig auch mysteriös bleibt, es sei denn man erkennt die Herkunft des Einsprengsels) angenehm in Reisegeschwindigkeit und netter Wochnzimmeratmosphäre fortbewegt.
Es lohnt sich! Ein unverzichtbarer Teil meines Lebens, der mich schon oft fasziniert und nicht zuletzt erheitert hat.
